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Cutting-Edge vs. Bleeding-Edge Technologie: Innovationen für Unternehmen

Cutting-Edge vs. Bleeding-Edge: Innovationen für Unternehmen

Cutting-Edge vs. Bleeding-Edge: Wie sie diese Technologien für Ihr Business nutzen können und welche Faktoren bei der Auswahl entscheidend sind.

Adrian Schmid

30. November 2023

„Cutting-Edge“ und „Bleeding-Edge“ Technologien: Was zuerst mal schmerzhaft klingt, repräsentiert eigentlich nur zwei Höhepunkte technologischer Entwicklung und ist hauptsächlich für die Entwicklung neuer Software-Projekt interessant. Doch zwischen beiden gibt wesentliche Unterschiede, die für eine Reihe von Aspekten von Bedeutung sind.

Dabei geht es meistens um die Entscheidung, welche Technologie ein Unternehmen zum Einsatz nehmen sollte. Also mehr als eine Wahl zwischen zwei Begrifflichkeiten. Auf der einen Seite steht die Sicherheit und Zuverlässigkeit bewährter Lösungen, auf der anderen Seite die Verlockung und das Versprechen bahnbrechender Innovationen.

Definition: Cutting-Edge und Bleeding-Edge

Bei „Cutting-Edge“ reden wir über Technologien, die den aktuellen Stand der Technik repräsentieren. Sie sind innovativ, zugleich aber so fortschrittlich, dass sie sich bereits in verschiedenen Anwendungsbereichen bewähren konnten. Weitestgehend sind sie deshalb auch als „der Standard“ akzeptiert.

Der Gegenpol dazu ist mit „Bleeding Edge“. Eine Reihe von Technologien, die so neu und fortschrittlich sind, dass sie noch nicht vollständig getestet oder etabliert sind. Sie befinden sich zwar an der vordersten Front der technischen Entwicklung, ihr Einsatz birgt jedoch meist ein gewisses Risiko.

Anwendungsbereiche und Beispiele

In der Web- und Softwareentwicklung spielen Technologien beider Ansätze eine zentrale Rolle und werden sogar oft miteinander vermischt. So kann man Vorteile beider miteinander vereinen und neue Technologien austesten – ohne dabei vollständig auf eine Einzige setzen zu müssen.

Beispiel für Cutting-Edge: React.js

Die bekannte JavaScript-Bibliothek React.js ist ein prominentes Beispiel aus der Webentwicklungs-Szene. 2013 von Facebook veröffentlicht und von vielen skeptisch betrachtet, hat es sich aufgrund seiner Effizienz, Flexibilität und großer Community-Unterstützung als Standard in der modernen Frontend-Entwicklung etabliert. Sie wird zur Erstellung von interaktiven und dynamischen Benutzeroberflächen genutzt und hat den damaligen Standard jQuery weitestgehend abgelöst.

Beispiel für Bleeding-Edge: AI und ML

In aller Munde, KI und maschinelles Lernen, die ebenfalls an der Spitze der technologischen Innovation angekommen sind. Eingesetzt werden sie für komplexe Datenanalysen, im Content-Marketing, für selbstlernende Systeme und Business-Anwendungen. Die Einsatzmöglichkeiten sind seit dem Durchbruch Ende 2022 nach wie vor unbegrenzt. Und genau deshalb befinden sich auch viele Apps, die KI und ML nutzen, noch in vielen Szenarien in einem experimentellen Stadium.

Die Bedeutung für Unternehmen

Ich möchte eben auf das Risiko eingehen, das ich oben erwähnt hatte. Nur weil der Einsatz einer Technologie ein gewisses Risiko mit sich bringen kann, warum deshalb auf sie verzichten? Leider habe ich von Entscheidungsträgern und CxOs in der Vergangenheit viel zu oft gehört, dass man Bleeding-Edge Technologien genau deshalb lieber aus dem Weg ginge. Denn man möchte lieber die Entwicklung abwarten.

Doch warum nicht Teil der Entwicklung sein – und sich damit technische Werkzeuge zu Nutzen machen, die Ausdruck einer Unternehmenskultur sind, die sich dem Fortschritt verschrieben hat?

Bleeding-Edge: Speerspitze der Innovation

Positionieren Sie sich z.B. als Innovationsführer in ihrer Branche: Indem Sie innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die über den aktuellen Standard hinausgehen, können Sie sich so einen wichtigen Wettbewerbsvorteil sichern und sich als First Mover positionieren.

Die Arbeit mit neuesten und fortschrittlichsten Technologien zieht aber oft auch hoch qualifizierte und kreative Talente an. Nutzen Sie die Gunst der Stunde für sich, Fachkräfte zu gewinnen, die Sie so nie finden würden.

Cutting-Edge: Sichere Basis für kontinuierliches Wachstum

Auf der anderen Seite steht Cutting-Edge: Zuverlässigkeit und reichlich Erprobung sichern Stabilität und reduzieren so technische Probleme oder gar Ausfälle. Klar, keine Technologie ist fehlerfrei, man kann sich aber sicher sein, dass man auf eine solide Grundlage setzt.

Die umfangreiche Community von Entwicklern und Anwendern leistet außerdem kontinuierlichen Support und bietet eine Fülle von Ressourcen. Natürlich erleichtert das die Implementierung, Anpassung und Wartung ungemein, was auch nicht selten zu einer geringeren Entwicklungszeit führen kann.

Entscheidungshilfe: Welche Technologie passt zu Ihrem Unternehmen?

Doch wie kann nun abhängig von den individuellen Bedürfnissen und Zielen von Unternehmen die richtige Technologiewahl getroffen werden? Folgende Punkte können helfen:

  • Einschätzung der Risikobereitschaft: Bleeding-Edge Technologien bieten einige Benefits. Sind Sie bereit dafür, die Herausforderungen und möglichen Fehlschläge zu akzeptieren?
  • Analyse der Business-Ziele: Neue, innovative Wege gehen oder auf Stabilität und Zuverlässigkeit von bewährten Lösungen setzen? Ein Blick in Ihre Marktpositionierung und Wachstumsstrategie gibt Ihnen möglicherweise eine Antwort.
  • Ressourcen-Bewertung: Bleeding-Edge bedeutet auch, weniger Lesestoff für Entwickler-Teams. Auch wenn Sie es mit klugen Köpfen zu tun haben, Sie müssen mit erhöhtem Aufwand im Entwicklungsprozess rechnen. Das wirkt sich auf den Zeitrahmen, sowie das Budget aus.
  • Testen, testen, testen: Nicht alles auf eine Karte setzen? Prototypen bieten eine wunderbare Möglichkeit, neue Software und damit auch neue Technologien zu testen. In kleinerem Rahmen kann so die Wirksamkeit und Passgenauigkeit für Ihr Unternehmen bewertet werden.

Fazit: Der richtige Mix macht den Unterschied

Ein ausgewogener Ansatz, der die Vorteile beider Technologieklassen berücksichtigt, kann oft der effektivste Weg sein. Aber hier kommt es wirklich stark auf den Einzelfall an.

Eine wichtige Prozess-Anwendung oder den Online-Shop-Relaunch empfehlen auch wir nicht zu 100% mit Bleeding Edge auszustatten. Stattdessen bietet es sich an, bei Teilen der Anwendung die allerneueste Technologie einzusetzen und so deren Tauglichkeit zu prüfen.

Durch die Kombination aus bewährten Cutting-Edge und innovativen Bleeding-Edge Technologien kann so ein solides Fundament gebaut werden. Während Sie gleichzeitig Raum für Innovation und Wachstum schaffen.

Als Digitalagentur bieten wir Ihnen umfassende Beratung und nutzen unsere Expertise, um die passende Technologiewahl für Ihr Unternehmen zu treffen. Sprechen Sie uns gerne an.

Adrian Schmid

Adrian entwickelt Full-Stack-Webanwendungen, ist DevOps-Enthusiast und ein großer Fan von benutzerzentriertem Design.

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